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Hier wird SELBSTREFLEXION groß geschrieben …

Schriftsteller werdenGeeignet für alle (angehenden) Schriftsteller, die mehr als einen Spiegel brauchen, um sich selbst zu finden.

Das hat Willenskraft mit deinem Handy, Social Media und Langeweile zu tun

Thomas Mann hat wohl mal gesagt:

“A writer is someone for whom writing is more difficult than it is for other people.”

Schreiben ist harte Arbeit. Egal, wie man es dreht und wendet, um eine Erkenntnis kommt man nicht herum: Kreatives Arbeiten kostet Willenskraft. Ob es nun Schreiben, Malen oder Musizieren ist, spielt keine Rolle.

Das noch größere Problem ist aber Folgendes: Kreativität ist nicht der einzige Kunde, der gerne etwas Energie von der Willenskraft abzapfen möchte.

Willenskraft
Süßigkeiten – nicht die einzige Herausforderung für die eigene Willenskraft!

Gibt man bei Google „Willenskraft“ ein, geht es ruck zuck in Richtung „Willenskraft stärken“.

Scheint uns also ein sehr wichtiges Bedürfnis zu sein, sagt Google zumindest.

Daran schließt sich meine Frage an: Können wir unsere Willenskraft wirklich verbessern? (Und was hat das mit unserem Handy, Social Media und Langeweile zu tun? Oder steht das umsonst im Titel dieses Artikels?)

Ich glaube: Wir können unsere Willenskraft nicht verbessern.

Das Problem: Willenskraft ist wie ein Akku. Der entlädt sich und muss regelmäßig wieder aufgeladen werden. Akkus werden nicht auf magische Weise plötzlich größer. Das einzige, was man versuchen kann: Den Akku effektiver wieder aufzuladen.

Wenn der Akku an Willenskraft leer ist, wird zwangsläufig in den Stand-By-Modus geschaltet. Und was passiert dann? Social-Media-Browsing, Fernsehen-Dauerbeschallung, Handy-in-die-Hand und so weiter. Alles keine Tätigkeiten, auf die wir so richtig stolz sind.

Also ich zumindest nicht, auch wenn ich mich dieser Tätigkeiten ebenfalls schuldig mache. Aber stolz darauf bin ich nicht.

Deshalb habe ich mich im letzten Monat erfolgreich geweigert die sozialen Medien zu nutzen. Einzige Ausnahmen: Onefootball und Youtube. Ersteres, weil ich gern auf dem Laufenden bin, was in der Fußball-Welt so passiert und mir die Seite gefällt und letzteres um für mich wirklich interessanten Inhalt zu genießen. Ähnlich wie bei TED schaue ich zur Abwechslung zu meinem doch recht textlastigen Alltag inzwischen gerne mal das eine oder andere Video. Und nein: keine Katzenvideos. Videos zum Thema Persönlichkeitsentwicklung, Storytelling oder generell zum Thema Selbstreflexion. Also die Themen, über die ich hier auch schreibe. Diese Videos inspirieren mich (meistens) und helfen mir dabei meine Themen aufs digitale Papier zu kriegen.

Das … machen Facebook und Twitter nicht so wirklich. Das hab ich natürlich auch schon eher gewusst. Aber so richtig vor Augen geführt hat mir das dieser Talk.

Die Social-Media-Plattformen sind darauf konzipiert uns süchtig zu machen. Ob es gelingt, liegt natürlich an dir und deinem Willenskraft-Akku. Aber die Idee dahinter ist: Lass den Nutzer so lange wie möglich auf der Seite bleiben.

Die Idee ist nicht: Lass uns Nutzern möglichst sinnvollen Inhalt präsentieren. Das gilt sicherlich auch für YouTube, keine Frage. Aber: Aktuell kann ich noch sagen, dass YouTube mir etwas Sinnvolles bringt, nämlich Inspiration.

Außerdem: Da Facebook und Co. süchtig machen wollen, ist es auch gar nicht so einfach damit aufzuhören. Ich habe es jetzt ca. 1 Monat geschafft. Vielleicht aber auch nur wegen OneFootball und YouTube, weil sie den „Entzug“ etwas versüßt haben.

Warum hat Social Media so einen großen Reiz? Weil uns diese Plattformen vor etwas Furchtbarem schützen: der Langeweile! Was gibt es heutzutage noch Schlimmeres (Trump mal ausgeklammert!)?!

Ähm. Das ist vielleicht einer der größten Irrtümer unserer Zeit, denn: Langeweile ist alles andere als schlimm, sondern tatsächlich sogar sehr gesund und fördert die Kreativität. Und das habe ich mir nicht gerade ausgedacht:

Das ist übrigens nur eine Quelle. Fragt gerne mal Google oder YouTube, was die so zum Thema Langeweile zu erzählen haben.

Vielleicht gelten Kinder deshalb auch als besonders kreativ: Sie haben viel weniger Pflichten und daher viel häufiger die Chance zu Langeweile zu empfinden?

Vielleicht hat auch diese Erkenntnis dabei geholfen, dass mein Social-Media-Boykott noch anhält – wer weiß?

Denn ein Nachteil, wenn man seine „Sucht“ bekämpfen will, liegt auf der Hand: Es kostet Unmengen an Energie aus dem eigenen Willenskraft-Akku. Energie, die auch von der Kreativität benötigt wird. Oder dem Aufräumen und Putzen. Oder dem Joggen gehen. Oder, oder, oder.

Doch damit nicht genug:

Auch eine andere „Sucht“ möchte ich noch in den Griff kriegen: Cola. Reduziert habe ich den Konsum bereits, aber noch ist der Reiz zu groß, um von mir behaupten zu können, dass ich ganz drauf verzichtet hätte. Aber: Mit MezzoMix hab ich das bereits vor Jahren geschafft – und seitdem auch überhaupt gar kein Bedürfnis mehr danach. Das ist das Ziel.

Das Hindernis: Döner ohne Cola geht irgendwie gar nicht! Und danach ist es schwer(er) erneut Nein zur Cola zu sagen. Vielleicht auch, weil der Willenskraft-Akku dann einfach zu leer ist?

Das Fazit: Wir können unsere Willenskraft vielleicht nicht verbessern, aber wir können dafür sorgen, dass unser Willenskraft-Akku möglichst effektiv wieder aufgeladen wird.

Doch wie geht das?

Zum Beispiel mit Schlafen und Dingen, die uns wirklich Freude bereiten. Bei mir ist es das kreative Schreiben. Kostet zwar Willenskraft beim Anfangen, aber bringt auch wieder Willenskraft für den Akku rein, WENN ich erstmal angefangen habe. Sollte ich mir also hinter die Ohren schreiben.

P.S.: Im letzten Monat habe ich meine Masterarbeit endlich fertig gestellt. Ob hier wohl für den geneigten Leser ein Zusammenhang zu den angesprochenen Themen zu finden ist?

Published inSelbstreflexion

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